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Bis zur Geburt der Ferkel durchlaufen die Sauen immer wieder einen bestimmten Rhythmus im Sauenstall. Dieser dauert immer in etwa 145 Tage. Wie ein solcher Produktionsrhythmus aussieht, sehen Sie hier.

Produktionsrhythmus

Die erste Station ist das Deckzentrum, in dem die Sau besamt wird. Die Besamung erfolgt künstlich mit Sperma vom Eber. Während der Besamung läuft ein Eber vor der Sau und stimuliert sie. Drei Wochen nach der Belegung kann man mithilfe eines Ultraschallgerätes erkennen, ob die Sau tragend ist. Ist dies der Fall, stallt der Landwirt die Sau zusammen mit anderen tragenden Sauen in den sogenannten Wartestall.
In der zweiten Station, dem Wartestall, lebt die Sau in einer Gruppe mit anderen Sauen bis ihr voraussichtlicher Abferkeltermin ansteht. Eine Sau ferkelt in der Regel 3 Monate, 3 Wochen und 3 Tage nach dem Besamen. Kurz bevor die Geburt der Ferkel (Abferkeln) ansteht, wird die Sau in eine Abferkelbucht mit Ferkelschutzkorb gestallt. 
In dieser dritten Station im Zyklus einer Sau gebärt sie etwa 12 – 14 Ferkel. Mit ihren neugeborenen Ferkeln lebt sie 4 Wochen zusammen. In dieser Zeit nehmen die Ferkel lebenswichtige Schutzstoffe durch die Sauenmilch auf und bekommen bestimmte Verhaltensweisen, wie z.B. die Aufnahme von festem Futter, beigebracht. Nach dieser Zeit trennen sich die Wege der Sau und den Ferkeln. Die Ferkel werden in einen Aufzuchtstall gestallt und die Sau beginnt wieder an ihrer ersten Station, dem Deckzentrum.

Warum ist die Sau eingesperrt?

Ein Kompromiss:
Das zeitweise Fixieren der Sau schützt das Leben der Ferkel und der Schweinehalter.
Eine Sau wiegt zwischen 200 und 300 kg. Man kann sich leicht vorstellen, dass kleine Ferkel kaum eine Chance haben sich in Sicherheit zu bringen, wenn die Mutter sich zu schnell hinlegt bzw. fallen lässt. Der Ferkelschutzkorb in dem die Sau für die Geburt- und Säugezeit fixiert ist, soll vor diesen Erdrückungsverlusten schützen.
Viele Sauenhalter stellen daher die Bedeutung der Leben der Ferkel über die größere Bewegungsfreiheit der Sau - Ein Kompromiss.
Um die Bewegungsfreiheit der Sau in dieser Zeit etwas zu erweitern wurden in den vergangenen Jahren einige Alternativsysteme untersucht. Die Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass diese Systeme zu höheren Ferkelverlusten führen. Neueste Untersuchungen zeigen dass es möglich ist, die Sauen nur in der ersten Woche der Säugezeit zu fixieren und danach den Ferkelschutzkorb zu öffnen. Um die Verluste, gerade in der ersten Säugewoche gering zu halten, ist der Ferkelschutzkorb aber weiterhin das Mittel der Wahl.
Nach drei bis vier Wochen Säugezeit kommt die Sau in den Deckstall, in dem sie noch kurz fixiert ist und nach ca. einer Woche besamt wird. Im Anschluss läuft sie frei, in einer Gruppe mit anderen Sauen bis Sie nach 115 Tagen ferkeln kann. Zusätzlich dient die Fixierung in der Säugephase und bei der Besamung dem Arbeitsschutz.


Gut zu wissen:

Auch in der Gruppenhaltung gibt es Systeme mit Kastenständen, welche jedoch frei zugänglich für die Sauen sind und welche sie selbstständig wieder verlassen können. Der Kastenstand bietet hier eine Schutzfunktion, welche die Sau vor anderen Sauen schützt und diese so ihre Ruhe hat. Auf dem Bild sieht man deutlich, dass die Sauen, obwohl sie sich frei bewegen könnten gerne in den Abtrennungen bzw. nah zusammen liegen. Sie möchten dann einfach ihre Ruhe haben.

Quellen