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Reproduktion

Verwendet man den Begriff der Reproduktion im Bereich unserer Nutztiere, in diesem Falle der Milchkuh, so ist damit die einfache geschlechtliche Fortpflanzung der Tiere gemeint. Und genau diese Fortpflanzung und die damit einhergehende Trächtigkeit ist der Startschuss für eine milchgebende Kuh.

Kühe sind wie alle Säugetiere nur dann in der Lage Milch zu produzieren, wenn sie Nachwuchs bekommen und diesen ernähren müssen. Die Aufgabe, bzw. das Ziel eines Landwirts ist es daher, dass eine Kuh ca. alle 400 Tage ein Kalb zur Welt bringt. Im Alter von 14 bis 18 Monaten wird ein junges Rind, auch Färse genannt, das erste Mal in ihrem Leben belegt. Auch heute kommen vereinzelt noch Zuchtbullen zum Einsatz, doch in den immer moderner werdenden Betrieben hat sich die künstliche Befruchtung durchgesetzt. Die Vorteile der „KB“ liegen auf der Hand. Zum einen kann man sich einen passenden Vater (Bullen) aussuchen, welcher speziell auf die zu besamende Kuh abgestimmt ist, zum anderen hat man aber auch den genauen Termin der Belegung, und kann somit die Kuh besser und gezielter durch ihre Schwangerschaft begleiten. Ein weiterer Aspekt hierfür, sind die sich immer verändernden Zuchtziele. Gezüchtet wird heute vor allem auf gute Knochen, hohe Milchleistungen mit dem entsprechenden Entwicklungspotenzial zu gesunden und langlebigen Kühen. Denn eine Milchkuh wird für den Landwirt erst nach der zweiten Laktation wirtschaftlich, da sie bis dahin die Kosten für ihre eigene Aufzucht decken muss.

Ist die Kuh dann besamt und auch tragend, ist es in den nächsten 400 Tagen die Aufgabe des Landwirts, es der Kuh so gemütlich und stressfrei wie nur möglich zu machen, damit sie auch während der laufenden Laktation bestmöglich auf die bevorstehende Kalbung vorbereitet wird. Sechs Wochen vor der anstehenden Geburt kommt die Kuh in eine separate Gruppe, in welcher sie nicht mehr gemolken wird und zudem ein spezielles Futter bekommt. In dieser sogenannten „Trockensteherzeit“ hat die Kuh die Möglichkeit sich intensiv auf die anstehende Geburt vorzubereiten. Wenige Tage vor der Geburt kommt die Kuh in einen eingestreuten Strohstall, in welchem dann die eigentliche Geburt des Kalbes stattfinden wird. Wichtig ist hierbei, dass der Abkalbestall höchste Hygienestandards aufweist. Hierzu gehört das tägliche Einstreuen mit frischem und sauberem Stroh und dem regelmäßigen säubern der einzelnen Abkalbebuchten, sowie der Desinfektion des Stalles. Normalerweise kalben die Kühe, ohne weitere Komplikation, von alleine. Sollte es jedoch einmal zu einer schwierigen Geburt kommen, steht der Landwirt oder der Tierarzt zur Seite, um der Kuh, die bestmögliche Hilfe leisten zu können.

Warum werden die Tiere nur auf Leistung gezüchtet?

Das stimmt so nicht.

Die Züchtung konzentriert sich neben der Steigerung der Lebensleistung vor allem auf die Zuchtziele Tiergesundheit, Robustheit und Langlebigkeit. Die Gesundheit und Fitness der Kuh wird bei den Zuchtzielen mit 55% stärker gewichtet als die Milchleistung.

Quellen