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Die Pute zählt zu den wichtigen Mastgeflügeln. Die Hähne werden bis zu 20kg schwer, somit zählen Puten zu den größeren Vögeln. Hier könnt ihr wissenswertes über die Haltung der Pute erfahren.

Aufzucht der Küken

Die Putenküken werden direkt nach dem Schlupf in der Brüterei an die Bauern ausgeliefert. In speziellen Thermo LKWs werden die Tiere zu den Aufzuchtställen transportiert.

Die Küken benötigen eine Umgebungstemperatur von ca. 36 – 37 °C. In der Natur werden die Tiere normalerweise von der Henne gewärmt. Im Stall wird die Temperatur durch die Heizung erreicht und der Boden ist mit einer Schicht aus Einstreu bedeckt, die die Kälte nach unten isoliert. Die Einstreu kann aus Hobelspänen, Strohgranulat oder gehäckseltem Stroh bestehen.

Direkt nach der Einstallung steht den Küken, denen die Nahrungsaufnahme noch unbekannt ist, Futter und Wasser zur Verfügung. Neben dem Futter aus den Futtertöpfen wird den Küken die Nahrungssuche in den ersten Tagen zusätzlich durch Futter auf Eierpappen erleichtert, was alle sechs Stunden wieder aufgefüllt wird. Beim Wasser ist es wichtig darauf zu achten, dass es immer Frisch angeboten wird und sich nicht zu stark durch die hohe Umgebungstemperatur erwärmt.

Die Tiere befinden sich ca. 4 – 6 Wochen in der Aufzucht, bevor die eigentliche Mastphase beginnt. Die Putenaufzucht ist somit ab etwa der fünften Woche beendet. Männliche Puten (Hähne) werden nun von den weiblichen Hennen getrennt. Die Hennen bleiben noch weitere 11 Wochen im gleichen Stall und die Hähne werden in ein anderes Gebäude umgestallt.

Der Grund für die Geschlechtertrennung ist die starke Ausprägung von Geschlechtsdimorphismus bei den Puten. Geschlechtsdimorphismus bedeutet, dass männliche und weibliche Tiere von derselben Art, sich in Bezug auf Wachstum, Verhalten und äußerliche Erscheinung deutlich unterscheiden.

Die Trennung der Geschlechter ist notwendig, damit sowohl die männlichen, wie auch die weiblichen Puten, ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden können.

In der 16. Woche werden die Hennen geschlachtet, der Stall gereinigt und desinfiziert. Anschließend können neue Küken in den Aufzuchtställen der Hennen aufgezogen werden. Die Mastdauer bei den Hähnen hingegen beträgt 21 Wochen. Nach der Schlachtung der Hähne werden auch diese Ställe gereinigt und desinfiziert, sodass die aufgezogenen Tiere wieder hierher umgetrieben werden können. In einem Putenmaststall erfolgen bis zu 2,7 -2,9 Durchgänge pro Jahr. Dieses Verfahren wird 18/19-Wochen-Rhythmus genannt und ist eine verbreitete Methode in Deutschland. Es gibt aber auch noch andere Mastverfahren wie das all-in-all-out oder 13-Wochen-Verfahren.

Es gibt zwei verschiedene Aufzuchtverfahren, die im Folgenden vorgestellt werden:

Kükenaufzucht im Ring:

Bei der Aufzucht im Kükenring dient der Ring als Nestersatz. Hier ist die Wärmequelle ein Gasstrahler, der in der Mitte des Ringes von der Decke hängt. Die Ringe werden vor dem Einstallen an den Seiten des Stalles aufgestellt, die Ringe sind entweder ein Drahtgeflecht oder anderes ähnliches perforiertes Material. Die Temperatur sollte im Liegebereich 36 -37°C und am Ringrand 23 -26°C betragen. Es werden ca. 240 – 400 Küken pro Ring eingestallt. Nach 3-5 Tagen werden die Ringe entfernt, sodass die Tiere den gesamten Platz des Stalles zu Verfügung haben. Geschwächte Küken werden in einen Extraring gesetzt, in dem sie sich regenerieren können.

Ringfreie Aufzucht:

Bei dem ringfreien Aufzuchtverfahren wird auf die Ringe verzichtet. Der gesamte Stallraum wird auf die benötigten 36 – 37 °C erwärmt und die Tiere haben von Beginn der Aufzucht an die gesamte Stallfläche zur Verfügung. Die Wärmequelle sind meistens Heizstrahler, Warmwasserkonvektoren oder eine Fußbodenheizung.

Haltung & Betreuung von Puten

In den ersten fünf Wochen findet die Aufzuchtphase der Küken statt (Link Aufzucht). Ab der 6. Woche beginnt die eigentliche Mastphase. Diese Mastphase dauert bei Putenhennen bis zu 16 Wochen und bei Putenhähnen bis ca. 21 Wochen. Über die gesamte Haltungszeit ist der Putenhalter für die mindestens zweimal täglich stattfindende Bestandskontrolle verantwortlich. Unter einer Bestandskontrolle versteht man in erster Linie die Kontrolle und Betreuung der Tiere, daneben werden auch die Verfügbarkeit von Futter und Wasser sowie die richtige Stalltemperatur, Licht und Lüftung überprüft. Kranke oder verletzte Tiere werden zur Rehabilitation in einem gesonderten Krankenabteil untergebracht und gegebenfalls nach Absprache mit dem betreuenden Tierarzt behandelt. Auch mögliche Verhaltensveränderungen der Tiere müssen wahrgenommen und analysiert werden.

Im Stall sollten Beschäftigungsmaterialien für die Tiere eingesetzt werden, wie z.B. Heukörbe/-netze, Picksteine, Plastikketten, Strohballen und Sitz-/Hockmöglichkeiten auf verschiedene Ebenen. Diese Materialien eignen sich gut, um die Neugier der Puten zu befriedigen.

Das Futter ist in verschiedenen Phasen unterteilt, um dem Nährstoffbedarf der Puten in den einzelnen Lebensabschnitten optimal gerecht zu werden. Weit verbreitet ist auch der Einsatz von RAM-Futter bzw. Rohproteinarmes-Mischfutter, was bedeutet, dass die Versorgung der Tiere mit Eiweiß reduziert wird und der Bedarf über einzelne Aminosäuren gedeckt wird. Eine Überversorgung mit Nährstoffen würde zu einer zusätzlichen Stoffwechselbelastung der Tiere führen und die Umwelt würde durch eine erhöhte Nährstoffausscheidung belastet werden.

Der Landwirt steht auch in einem engen Kontakt mit dem Tierarzt, um Pflichtimpfungen zu erfüllen und mögliche Erkrankungen der Tiere zu lindern. Zu den Pflichtimpfungen gehört z.B. die ND-Impfung gegen Newcastle Disease, eine hochansteckende Viruserkrankung, die auch regelmäßig wiederholt werden muss. U.a. können Atemwegserkrankungen vorkommen, die rechtzeitig behandelt werden müssen, damit nicht alle Tiere erkranken.

 

Quellen