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Milchrind

Nach der Tränkephase (Alter von 8 bis 12 Wochen) werden die Kälber in hellen, luftigen Ställen mit Stroheinstreu, in Gruppen gehalten. In dieser Phase versuchen die Landwirte die Verdauung der Kälbermägen an die spätere Milchviehfütterung zu gewöhnen. Die Fütterungsstrategie in dieser Zeit besteht aus nährstoffreichen Futtermitteln. Ab einem Alter von etwa zwölf Monaten, kann ein Rind schon relativ viel fressen, sodass die Gefahr einer Verfettung besteht. Deswegen verfüttern die Landwirte ab diesem Zeitraum eine energie- und eiweißärmere Futterration. Viele Landwirte nutzen hierfür die Möglichkeit, die Rinder auf die Weide zu lassen. Die höchste Priorität liegt darin, eine gute Kondition und Fitness für einen hohen Gesundheitsstatus des Tieres zu bewahren.


Mit 14 bis 18 Monaten erfolgt die erste Belegung des Rindes durch künstliche Besamung oder Natursprung. Dabei ist nicht so sehr das Alter entscheidend, sondern viel mehr das Gewicht (ca. 400 kg). Etwa neun Monate später erfolgt die Geburt des Kalbes, auch Kalbung genannt. Das Rind wird jetzt als Kuh bezeichnet und wird täglich gemolken. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die sogenannte erste Laktation. Etwa 400 Tage später bekommt die Kuh ihr nächstes Kalb, die zweite Laktation startet. Im Vorfeld jeder weiteren Kalbung wird die Kuh ca. sechs Wochen „trockengestellt“. Das heißt, dass sie in dieser Zeit nicht gemolken wird. Diese Ruhephase dient der Vorbereitung auf die Geburt und der neue Laktation.

Die Kuh erhält zu jeder Zeit bedarfs- und leistungsgerechtes Futter. Kühe in deutschen Milchviehbetrieben geben über eine langen Zeitraum viel Milch. Das ist eine sportliche Leistung. So wie sich viele Sportler einen Ernährungsplan erstellen, errechnen die Landwirte mit Hilfe von Beratern und Tierärzten, was und wie viel eine Kuh frisst. Das Futter sollte dabei  möglichst nährstoffreich sein und der Menge der Milchproduktion angepasst sein.  In den letzten Jahren hat sich die Mischration in der Milchviehfütterung etabliert. Das heißt, dass die verschiedenen Futterkomponenten vermischt werden. Der Vorteil ist, dass die Tiere das Futter nicht selektieren können und somit mit jedem Futterbissen eine identisch zusammengesetzte Ration aufnehmen. Dadurch kann verhindert werden, dass z.B. energiereiche Futtermittel wie Getreide auf einmal aufgenommen werden und es zu Stoffwechselproblemen kommen kann. Die Ration, die für die Kühe in einem Futtermischwagen angemischt wird, besteht zum größten Teil aus sogenannten Grundfuttermitteln. Die Grundfuttermittel wie Gras und Mais kann der Landwirt auf seinen eigenen Feldern produzieren. Um den Mineralstoff- und Energiebedarf der Tiere darüber hinaus zu sichern, wird Mineral- aber auch energiereiches Futter (z.B. Kraftfutter, Biertreber, Sojaschrot…) zugekauft. Insgesamt nimmt eine Kuh täglich ca. 50 kg Futter (ungefähr eine große Schubkarre voll) und 150 Liter Wasser auf.

Die Kühe haben heutzutage Nummern, Namen haben kaum noch Bedeutung. Warum ist das so?

Um den Überblick über die Herde zu behalten, muss der Landwirt viel dokumentieren. Dies ist mit Nummern deutlich einfacher als mit Namen. Wie jeder Deutsche, eine Steuer-Identifikationsnummer besitzt, ist auch jedes Rind in einer zentralen Datenbank mit einer Nummer vermerkt. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.


Bemerkenswert: Viele Milchviehhalter stehen ihren Tieren so nahe, dass sie sämtliche Verwandtschaftsterminologien innerhalb ihrer Herde kennen. Dass die Urgroßmutter eines neugeborenen Kalbes im Stall steht, ist keine Seltenheit.