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Melken

Der Melkbereich ist das Herzstück der Milchproduktion. Durch ein ausgefeiltes Hygienemanagement kann ein sehr hoher Qualitätsstandard der Milch gewährleistet werden. Als „melken“ bezeichnet man die Milchgewinnung aus den Eutern von Kühen oder anderen Milchlieferanten. In dem sogenannten Melkstand werden die Kühe zweimal täglich (morgens u. abends) gemolken. Die Tiere sind auf zwei Seiten nebeneinander aufgereiht. In der Mitte befindet sich ein tieferliegender Gang für den Melker. Früher  wurde von Hand in Eimern gemolken. Heute übernehmen Melkmaschinen diese Arbeit.

Als erstes melkt der Landwirt die Kuh per Hand vor. Dadurch wird die Milchproduktion angeregt. Im Anschluss reinigt er das Euter mit einem Tuch. Nun wird auf jeder der vier Zitzen ein „Gummisauger“ gesteckt. Etwa jede Sekunde saugt die Maschine einmal, dann lässt sie wieder eine Sekunde locker, ähnlich wie ein trinkendes Kalb. Nach dem Melken werden die Zitzen mit einem Pflegemittel gedippt, um einen Schutz gegenüber Keimen zu bieten. Die frische Milch wird direkt in einem Milchtank gepumpt und dort auf ca. 4°C runter gekühlt. Zumeist kommt der Milchtankwagen alle zwei Tage und befördert die Milch zur Molkerei. Die durchschnittliche Milchleistung einer Kuh beträgt ca. 8000 Liter pro Kuh und Jahr. Dies entspricht einer täglichen Milchmenge von ungefähr 22 Litern pro Kuh.

Seit einigen Jahren sind auch sogenannte Melkroboter im Einsatz. Ein Melkroboter ist ein automatisches System zum Melken von Kühen. Das System besteht aus einer Box, die sich schließt, sobald die Kuh sie betreten hat. Je Melkbox können am Tag etwa 60-70 Kühe gemolken werden. Mit Hilfe eines Sensors am Halsband des Tieres stellt der Melkroboter die Identität fest. Wurde das Tier bereits vor kurzer Zeit gemolken, wird die Kuh maschinell aus der Anlage hinaus getrieben. Ähnlich wie beim Melkvorgang im Melkstand werden zunächst die Zitzen der Kuh gereinigt, bevor mit dem Melken begonnen wird. Das Melkgeschirr wird dabei automatisch mit Hilfe von Erkennungssystemen an das Euter der Kuh gesetzt. Nach dem Melkvorgang werden die Zitzen automatisch mit einem Pflegemittel gedippt. Die Hauptvorteile dieses automatischen Melksystems gegenüber der konventionellen Melktechnik sind die körperliche Entlastung des Melkers, die zeitliche Flexibilität und die umfangreiche Datenerfassung zur besseren Kontrolle der Tiergesundheit.