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Die Legehenne ist für die Eierproduktion verantwortlich. Hier könnt ihr alles über die Haltungssysteme mit ihren Vor- und Nachteilen erfahren. Es wird aber noch mehr wissenswertes zur Legehenne erklärt.

Legehennen

Legehennen sind Hühner aus speziell gezüchteten Linien, da einige Merkmale hier eine besondere Rolle spielen. Mit sogenannten Hybriden ist es möglich, durch das Kreuzen verschiedener Linien, bestimmte Eigenschaften hervorzuheben. Eine unterschiedliche Züchtung der Tiere ist notwendig, da das Legen der Eier in einem negativ Zusammenhang zu dem Fleischansatz steht. Auch die Haltungssysteme werden auf die unterschiedlichen Linien abgestimmt, sodass ihnen im Stall ein optimales Umfeld geschaffen werden kann. Ein gerechtes Umfeld ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit der Tiere und das Legen der Eier.

Nach 21 Tagen schlüpfen die Küken in der Brüterei. Am ersten Tag werden den Hühnern zurzeit noch die Schnäbel mit einer Infrarotbehandlung kupiert. Diese Methode hat sich größtenteils in Niedersachsen durchgesetzt, aber noch nicht vollständig. Am 01.01.2017 soll das Kupieren der Schnäbel nicht mehr erlaubt werden. Von der Brüterei werden die Tiere zu einem Aufzuchtstall befördert und dort 17 Wochen lang aufgezogen. Die Aufzucht ist dabei an die spätere Zeit im Legehennenstall angepasst, sodass möglicher Stress einer neuen Umgebung vermieden wird. Nach der Aufzucht werden die Junghennen mit einem Gewicht ca. 1200 - 1400 Gramm in den eigentlichen Legehennenstall umgestallt. Dort haben sie, wie auch in der Aufzucht 24 Stunden Zugang zu Futter und Wasser. Dabei frisst eine Legehenne in der Legeperiode zwischen 115-125 Gramm Futter pro Tag und säuft mit ca. 250 Gramm das Doppelte an Wasser. Das Futter wird oft in Form von einem Alleinfuttermittel angeboten und ist speziell an die Lebensabschnitte des Tieres angepasst. So kann gewährleistet werden, dass die Inhaltsstoffe und Komponenten ständig dem Bedarf der Tiere entsprechen.

Die Legetätigkeit fängt nach ca. 3 Wochen ab Ankunft am Legebetrieb an. Durch steigende Lichtintensitäten und einem immer länger werdenden Lichttag, wird die Legetätigkeit der Hennen gefördert. In der Produktionsspitze legen 95 - 97 % der Tiere jeden Tag ein Ei. Bedingt durch die Abnahme der Legetätigkeit und Schalenqualität, werden die Hühner nach der 73. - 83. Woche ausgestallt. Somit hat das Huhn eine Lebenserwartung von ca. 1,5 Jahren.

Haltung

Die Tiere stellen das kostbarste Gut eines jeden Landwirtes dar. Auch Legehennen werden mindestens zweimal täglich von ihrem Halter kontrolliert. Unter einer Bestandskontrolle versteht man in erster Linie die Kontrolle und Betreuung der Tiere, daneben werden auch die Verfügbarkeit von Futter und Wasser sowie die richtige Stalltemperatur, Licht und Lüftung überprüft. Auch die Nester werden kontrolliert und verlegte Eier aufgesammelt. Mögliche Verhaltensveränderungen der Tiere werden wahrgenommen und analysiert werden.

In der Haltung der Legehennen unterscheidet man zwischen Kleingruppen-, Boden-, Freiland- und Biohaltung. Die Käfighaltung ist seit 2010 in Deutschland verboten. Die Haltungsformen werden auch in der Kennzeichnung des Eis berücksichtigt (mehr dazu unter dem Bereich „Ei“ oder auf der Internetseite www.was-steht-auf-dem-ei.de). Jede Haltungsform hat Vor- und Nachteile, welche im Folgenden genauer erläutert werden ...

 

Kleingruppenhaltung

Die Kleingruppenhaltung basiert auf dem System der Käfighaltung und hat in Deutschland eine nur noch sehr geringe Bedeutung. Der Anteil dieser Haltungsform liegt bei ca. 10 %. Die Hennen leben in einem ausgestalteten Käfig mit mehr Platzangebot als im damaligen konventionellen Käfig. Ausgestaltet bedeutet dabei, dass hier Funktionsbereiche wie Nest, Einstreubereich und Sitzstange vorhanden sind. Die Platzanforderungen hinsichtlich Grundfläche, Höhe und Futtertroglänge, sowie Nestfläche und Einstreubereich sind dabei beim deutschen Kleingruppenkäfig höher als in den restlichen EU-Ländern. Jeweils 10 Legehennen teilen sich 900 Quadratzentimeter Einstreufläche und 900 Quadratzentimeter Gruppennester. Die Mindestfläche pro Tier beträgt 800 cm2 und bei Hennen über 2 kg Gewicht 900 cm2. Durch geringe Gruppengrößen (ab 31 Tiere, üblich bis 50 Tiere) können die Legehennen eine natürliche Rangordnung (Hackordnung) ausbilden und somit eine soziale Ordnung schaffen. Außerdem sind zwei Sitzstangen in unterschiedlicher Höhe vorhanden. Dadurch, dass die Tiere und Eier nicht mit dem Kot in Kontakt treten, ist die Produktqualität der Eier und der Gesundheitsstatus der Tiere besser als in allen anderen Haltungsformen. In der Kennzeichnung trägt diese Haltungsform die Ziffer 3.

Quellen

Bodenhaltung

Die Bodenhaltung ist mit ca. 65 % die dominierende Haltungsform in Deutschland. In dieser Haltungsform leben die Hühner in Gruppengrößen von maximal 6000 Tieren ohne räumliche Trennung zusammen. Die Hühner haben zwar keinen Zutritt ins Freie, können sich dafür aber frei im Stall bewegen. Bodenhaltungsställe enthalten heute überwiegend Volieren, wo sich die Hühner auf verschiedenen Ebenen frei bewegen können. Die Voliere enthält dabei verschiedene Funktionsbereiche. Neben der Futter- und Wasserversorgung finden die Hennen dort ihr Nest zur Eiablage und einen Ruhebereich mit Sitzstangen, welches besonders nachts durch die erhöhte Lage als Schlafplatz gewählt wird. Der Boden, welcher mindestens 1/3 der Stallfläche als Scharrbereich zur Verfügung stehen muss, ermöglicht den Tieren in der Einstreu die Auslebung ihrer natürlichen Verhaltensweisen wie Staubbaden oder Scharren. Eier aus der Bodenhaltung sind mit der Ziffer 2 gekennzeichnet.

Quellen

Freilandhaltung

Diese Haltungsform ist im Stallaufbau wie die Bodenhaltung, zusätzlich wird den Tieren ein Zugang ins Freie ermöglicht. Nach dem eigentlichen Stallbereich ist ein sogenannter Wintergarten angeschlossen. Dieser Wintergarten ist nicht klimatisiert und soll die Hühner baulich vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Wenn die Tiere die Legereife erlangt haben, können die Hennen im Anschluss an den Wintergarten ab 10 Uhr täglich in den Auslauf übertreten. Jedem Huhn stehen mindestens 4 m² Auslauffläche zur Verfügung. Schutz vor Raubtieren bietet Zäune, Sträucher, Bäume, Vogelscheuchen und Schutzhütten im Auslauf. Neben den hygienischen Nachteilen, z.B. leichtere Einschleppung von Krankheiten durch Wildtiere, führt auch ein höherer Sach- und Personalaufwand zu entsprechend höheren Preisen. In der Kennzeichnung trägt diese Haltungsform die Ziffer 1.

Quellen