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Die Haltung der Schweine ist ein Thema, welches oft kritisch hinterfragt wird. Aber welche Gründe gibt es für eine Stallhaltung? Wie geht es den Schweinen im Stall und welche Bedürfnisse haben sie? Die Antwort auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

Werden die Tiere mit genügend Wasser versorgt?

Auf jeden Fall!
Die Schweine haben jederzeit Zugang zu frischem Wasser.
In jeder Schweinebucht befinden sich Tränken, die auf die Größe der Tiere angepasst in verschiedenen Höhen angebracht sind. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass sich bis zu 12 Schweine eine Tränke teilen. So hat jedes Tier die Möglichkeit uneingeschränkt genügend sauberes Wasser aufzunehmen. Ergänzend dazu befinden sich in vielen Futtertrögen zusätzliche Tränkenippel, so dass die Tiere selbst entscheiden können, ob sie z.B. ihr Futter einweichen wollen oder nicht. Der Landwirt kontrolliert regelmäßig die Funktion der Tränken und sorgt z.B. durch eine Desinfektion für eine gute Tränkwasserqualität.

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Würde es den Schweinen draußen nicht viel besser gehen?

Den schönen Bildern von wühlenden Schweinen an der frischen Luft, stehen Risiken für die Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit gegenüber. So schön das Bild von wühlenden Schweinen auch ist, der Befall mit Parasiten und die Übertragung von Krankheiten und Seuchen stellen echte Probleme für die Freilandhaltung dar. Das können Würmer im Magen-Darm-Trakt oder auch Milben auf der Haut der Schweine sein. Draußen kann der Kontakt zu Wildtieren, wie Ratten und indirekt oder direkt zu Wildschweinen nicht zu 100% verhindert werden, so dass sich Seuchen schnell über ganze Landstriche ausbreiten könnten. Im umzäunten geschlossenen Stall haben Tierhalter die genannten Punkte deutlich besser in den Griff.
Hinzu kommt, dass in der Freilandhaltung das Gehege nach spätestens zwei Wochen von den Schweinen naturgemäß vollständig umgegraben wird. Wo einmal Gras oder andere Pflanzen wuchsen gibt es dann keine Vegetation mehr. Die von den Schweinen ausgeschiedenen Nährstoffe können nicht mehr aufgenommen werden und werden durch Regen ausgewaschen. Eine potentielle Gefahr für die Reinheit des Grundwassers. In der Stallhaltung hingegen werden die Ausscheidungen der Tiere im Keller gesammelt. Sie lassen sich später für die bedarfsgerechte Düngung der Pflanzen auf den Feldern nutzen. So werden Stickstoffauswaschungen und Einträge in das Grundwasser minimiert.
Sie sehen, die Schweinehaltung in Ställen hat auch einige entscheidende Vorteile für Tier und Umwelt.

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Brauchen die Schweine nicht Stroh zum Wühlen?

"Stroh ja, aber bitte nicht als Einstreu."
wird Ihnen jeder konventionelle Schweinehalter sagen. Den Tierhaltern ist es nämlich wichtig, dass ihre Tiere gesund sind und sich wohl fühlen. Stroh hat die Eigenschaft, dass sich darin Pilze (Fusarien) und Parasiten (Fliegen, Würmer) ansiedeln können, die das Krankheitsrisiko der Tiere deutlich erhöhen. Zudem würde sich die Staubentwicklung durch die Stroheinstreu deutlich erhöhen. Gegen geringe Mengen an Stroh als Beschäftigungsmaterial haben viele Schweinehalter nichts einzuwenden.
Das Bewegungsmuster von Mastschweinen wird nicht durch den Bodentyp beeinflusst. Eine Studie der Newcastle Universität konnte keinen positiven Effekt bei der Haltung auf Stroh gegenüber der Haltung auf Spaltenboden auf das Bewegungsmuster belegen. Demnach habe der Spaltenboden, z.B. keinen Einfluss auf Lahmheiten bei den Mastschweinen.


Gut zu wissen: Der Spaltenboden hat einige entscheidende Vorteile. Die Ausscheidungen der Schweine werden nach unten in den Güllekeller durchgetreten. Somit wird der Lagerbereich der Gülle vom Aufenthaltsbereich der Tiere getrennt und die Schweine können so sauber und trocken liegen. Die Schlitzbreite ist nach Größe bzw. Gewicht der Tiere gesetzlich vorgeschrieben und so gewählt, dass die Tiere nicht mit Klauen oder anderen Körperteilen hängen bleiben können. Gerade an warmen Tagen sorgt der Spaltenboden für eine ausreichende Wärmeabfuhr, während die Strohmatte dann eine isolierende Wirkung hat.

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Kann man in Schweineställen überhaupt normal atmen?

Ja, kann man.
Damit gute Luft im Stall herrscht, ist in jedem Stall eine Lüftung eingebaut. Diese sorgt für einen ständigen Luftaustausch im Stall, so dass die Tiere mit Frischluft versorgt werden. Der Landwirt selbst verbringt jeden Tag viel Zeit im Stall. Es ist also auch in seinem Interesse seinen Arbeitsplatz möglichst angenehm und somit gut belüftet zu gestalten.
Eine gut funktionierende Lüftung hat zudem einen sehr großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Schweine. So ist dann z.B. weniger Staub in der Luft und Zugluft wird vermieden. Das Zusammenwirken der vielen Faktoren ist ziemlich komplex. Darum übernimmt ein Computer die Steuerung. Dieser errechnet die erforderliche Luftmenge und sorgt für die Einhaltung des Temperaturverlaufs je nach Alter der Tiere. Dies hat noch einen weiteren Vorteil: Die Steuerung ist mit einer Alarmanlage verbunden, welche den Landwirt bei einer Störung umgehend informiert.

Müssen die Schweine in völliger Dunkelheit leben?

Der Eindruck täuscht.
Wer die illegal erstellten Bilder von Tierschützern im Fernsehen sieht, bekommt den Eindruck in den Ställen gebe es keine Fenster und auch kein Licht. Für den, der die Bilder aus den Reportagen kritisch hinterfragt, ist es nur logisch, dass in den Ställen kein Licht brennt. Die Aufnahmen entstehen schließlich nachts
Denn zum einen ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Tiere im Schweinestall mindestens acht Stunden lang 80 Lux zur Verfügung haben. Zum anderen ist bei Neubauten 2006 eine lichtdurchlässige Fläche von min. 3 % der Grundfläche erforderlich. Die Schweine bekommen also den Tag-Nachtrhythmus mit. Damit die Tiere sich auch nachts zurecht finden ist in jedem Stall ein Orientierungslicht vorhanden.


Gut zu wissen: Schweine sind tagaktiv, aber auch optional dämmerungs-/nachtaktiv. Bis zu einer Beleuchtungsstärke von 12 Lux können Schweine sehr gut sehen.

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