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Hier könnt ihr wichtiges zur Haltung und Gesundheit vom Geflügel erfahren. Dort steht die Branche oft in der Kritik, hier könnt ihr euch selbst ein Bild machen.

Impfung – Vorbeuge von Krankheiten

Impfungen sind Maßnahmen, die allen Menschen bestens vertraut sind. Nicht vertraut sind viele über die enorme Leistungsfähigkeit des körpereigenen Immunsystems und der sich daraus ergebenen Möglichkeit für die Gesundheit.

Die körpereigene Abwehr ist ein fein ausbalanciertes System unterschiedlichster Arten von Immunzellen und biologisch aktiver Substanzen mit jeweils ganz bestimmten Aufgaben: so fahnden etwa spezialisierte weiße Blutzellen, die B-Lymphozyten, nach sogenannten Antigenen – das sind von außen eingedrungene Gifte und Mikroorganismen. Durch gezielte Bildung von Abwehrstoffen machen sie die ungebetenen Gäste unschädlich. T-Lymphozyten wiederum sind Meister im Aufspüren von Viren, auch solchen, die sich gut im Inneren von Körperzellen verborgen halten. Außerdem machen sie Jagd auf Tumorzellen und beseitigen sie umgehend. Makrophagen sind hingegen hauptsächlich wirksame Waffen gegen eingedrungene Bakterien. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Immunzellen wird von Botenstoffen übernommen, die sogenannten Interferone und Interleukine.

Ein gesunder erwachsener Organismus in der Größe eines Menschen besitzt etwa 100 Milliarden Immunzellen und etwa 10 Millionen mal mehr Antikörper. Sie alle zusammen haben ein Gewicht von bis zu zwei Kilogramm. Das ist größenmäßig vergleichbar mit Herz, Leber, Milz, Niere und Gehirn. Die Lebensdauer der meisten Immunzellen beträgt jedoch nur wenige Tage. Es herrscht also ein immenser Stoffumsatz. Das erklärt, warum die körpereigene Abwehr viel mehr als jedes andere Organ auf regelmäßigen Nachschub an lebensnotwendigen Substanzen angewiesen ist. Als Baustoff für die kontinuierliche Bildung von Immunzellen benötigt der Organismus hauptsächlich Eiweiße. Normalerweise sind die Tiere mit Eiweißen bei uns eher überversorgt. Kritisch kann es in dieser Hinsicht jedoch bei stark geschwächten Tieren werden, etwa nach längeren Durchfallerkrankungen oder starken Allgemeininfektionen mit Fieber und reduzierter Futteraufnahme. Dies hat Auswirkungen auf die Immunabwehr: sie ist eingeschränkt. Verbessern lässt sich die Immunabwehr bei solchen Tieren durch die zusätzliche Verabreichung von Nährstoffmischungen, die unter anderem Vitamine und Eiweißbausteine enthalten sollten.

Die hoch komplexen Mechanismen des körpereigenen Abwehrsystems werden von Impfstoffen genutzt. Mit dem Verabreichen von geschwächten oder abgetöteten pathogenen Erregern – Impfdosis – wird eine kontrollierte Abwehrreaktion im Körper eingeleitet. Nach zwei bis drei Wochen endet diese immunologische Arbeit mit dem Schutz vor einer Infektion mit dem krankmachenden Erreger. Voraussetzung für ein ungestörtes Arbeiten des Abwehrsystems ist aber ein gesunder Organismus. Impfungen können aber kein Ersatz für schlechte Hygiene oder fehlendes Tiermanagement bilden.

Quellen

Werden Puten und Hähnchen in den Ställen zu eng eingepfercht?

Die Putenhalter verpflichten sich seit Oktober 2013 eine Besatzdichte von 58 kg/m² bei der Hahnenmast und 52 kg/m² bei der Hennenmast einzuhalten, wenn sie am Gesundheitskontrollprogramm teilnehmen. Sollte die Teilnahme am Programm nicht vorhanden sein, dann beträgt die Besatzdichte 45 kg/m2 (Hennen) und 50kg/m2 (Hähne). Bei einem Schlachtgewicht von ca. 21 kg beim Hahn sind das 2,7 Hähne pro Quadratmeter. Diese Besatzdichte wird allerdings auch nur in der letzten Woche der Mast erreicht. Bei den leichteren Hennen dürfen 4,5 Tiere pro Quadratmeter gehalten werden.

Die Tiere stehen auch in der Endmast nicht eng an eng. Bei voller Besatzdichte in der letzten Woche nehmen die Tiere mit ihrer Körperoberfläche weniger als die Hälfte an Platz im Stall ein. Somit haben die Tiere ausreichend Platz um sich entfalten zu können.

 

Quellen

Antibiotikaeinsatz in der Geflügelhaltung

In der Tierhaltung gilt der Grundsatz - kranke Tiere müssen behandelt werden, so will es der Tierschutz. Der Einsatz von Medikamenten wird streng geregelt und ist sehr genau zu dokumentieren. Wer Medikamente einsetzen möchte, um kranke oder verletzte Tiere zu behandeln, muss zunächst eine Diagnose vom zuständigen Tierarzt einholen, der ein Rezept für die entsprechenden Medikamente ausstellt. Seit dem Jahr 2014 müssen alle Tierhalter in Deutschland ihren Antibiotikaeinsatz in einer zentralen Datenbank melden. Die Daten werden ausgewertet und den Behörden und Landwirten zur Verfügung gestellt. Landwirte, die im Vergleich zu ihren Berufskollegen viele Medikamente einsetzen werden gezielt beraten. Auch über das QS-System wird der Medikamenteneinsatz in den Ställen dokumentiert und überwacht. Bei einer auffällig hohen Einsatzmenge wird der Betrieb umgehend vom Veterinäramt und zuständigem Tierarzt kontrolliert und zu entsprechenden Maßnahmen gezogen. Aus ökonomischer Sicht ist der Einsatz von Antibiotika für die Landwirtschaft ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Die hohen Kosten rechtfertigen es nicht, verschwenderisch mit dem Einsatz von Medikamenten umzugehen. Es ist sowohl aus der Sicht des Tierschutzes als auch der Wirtschaftlichkeit sinnvoll, gezielt kranke Tiere zu behandeln.
Die Behauptung, dass Medikamente als Leistungsförderer eingesetzt werden, die immer wieder in diesem Zusammenhang aufgestellt wird, gehört sowohl aus gesetzlicher wie auch aus praktischer Sicht, lange der Vergangenheit an.

Warum werden die männlichen Nachkommen der Legehenne getötet?

Die Zucht hat sich seit Jahrzehnten auf die Effizienz zur Erzeugung des Endproduktes konzentriert. Dabei wurde das Geflügel jeweils in zwei Richtungen gezüchtet. Zum Einem wurden fleischreiche Rassen und Legerassen getrennt voneinander gezüchtet. Der Grund für diese Zucht ist, dass diese beiden Merkmale negativ zueinander korrelieren. Somit ist eine hohe Legeleistung nicht mit einem hohen Fleischansatz vereinbar. Erst durch diese Zuchtarbeit war es möglich derartige Leistungen im Stall zu erbringen, was letztendlich unsere Ressourcen und Umwelt schont. Somit spielen diese Aspekte auch eine Rolle für die Züchtung der Tiere.

Das bedeutet: Aus 2-2,2kg Futter können etwa 17,8 Eier bzw. ein Kilogramm Eimasse gewonnen werden. Früher war für die gleiche Menge an Eimasse noch deutlich mehr Futter erforderlich. Nur durch diese Optimierung durch die Zucht auf hohe Ressourceneffizienz konnte der weltweit gestiegene Bedarf an tierischem Eiweiß in den letzten Jahrzehnten gedeckt werden.

Mit anderen Worten: Die männlichen Legehybriden sind genetisch ebenso wie die weiblichen Tiere auf Fruchtbarkeit gezüchtet. Diese Tiere aufzuziehen bedeutet, dass eine große Menge Futter und weitere Ressourcen aufgebracht werden müssen, bis ein gewisses Gewicht erreicht wird. Zur Vermeidung der männlichen Kükentötung bedarf es an weiterer Forschung um alternative Wege zu eröffnen.

Da der männliche Nachkomme der Legehennen Linie eine extrem schlechte Futterverwertung aufweist, muss ein vielfaches an Ressourcen für die Mast aufgewendet werden. Weiter kommt hinzu, dass das Geschlecht der Tiere nicht wie beim Menschen durch den Vater, sondern durch die Mutter vererbt wird. Somit ist auch das Selektieren der männlichen Spermien beim Geflügel nicht möglich. Ein Teil der Küken wird von Zoos und Falknereien nachgefragt, die sie als natürliches Futter für ihre Raubtiere benötigen. In der Brüterei wird der Hahn am ersten Tag mit Gas betäubt und dann getötet.

Diese Vorgehensweise soll in der Zukunft entweder durch ein Zweinutzungshuhn oder eine sogenannte In-Ovo-Methode als Alternative geändert werden.

Das Zweinutzungshuhn ist ein Kompromiss aus beiden Eigenschaften, so legt das weibliche Tier weniger Eier und das männliche Tier wird mit schlechteren Mastleistungen gemästet. Dadurch werden die Eier und das Fleisch sehr teuer und eher als Nischenprodukt vermarktet.

Durch die In-Ovo-Methode wird am 9. Bruttag aus dem Ei eine Flüssigkeitsprobe entnommen. Durch eine Hormonanalyse wird dann das Geschlecht bestimmt. Die männlichen Embryonen können dann ohne Schmerzempfinden aussortiert und vernichtet werden, bevor sich das Tier vollständig entwickelt. Dieses System befindet sich noch in der Entwicklung, wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit die Alternative der Zukunft.

 

Quellen

Ist die Geflügelmast verantwortlich für MRSA Keime?

MRSA bedeutet Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Das sind gram-positive Bakterien, die gegen Methicillin und viele andere Antibiotika resistent sind. Man kann sie nur mit sogenannten Reserveantibiotika bekämpfen, wie sie in der Humanmedizin auch eingesetzt werden, aber die Therapie ist langwierig und schwierig. Durch den falschen Einsatz von Antibiotika (falsche Dosierung oder nicht ausreichende Behandlungsdauer) entwickeln die Bakterien eine Resistenz gegen herkömmliche Penicilline und Antibiotika. In der Geflügelmast wird stark kontrolliert, ob die Dosen und der Behandlungszeitraum auch eingehalten werden, damit MRSA Keime keine Chance haben sich zu entwickeln.

Der Großteil der MRSA-Keime stammen aus Krankenhäusern und Pflegeheimen und nicht aus der Tierhaltung. Nur 5 % der MRSA-Erreger sind auf die Landwirtschaft zurückzuführen, d.h. im Umkehrschluss stammen 95 % der nachgewiesenen MRSA-Keime aus der Humanmedizin (Bundesinstitut für Risikobewertung). Zudem trägt jeder dritte Mensch die Keime in sich, auf der Haut oder in den Schleimhäuten. Gesunde Menschen erleiden aber keinen Schaden und können gut mit dem Bakterium leben. Ist das Immunsystem allerdings angegriffen, breiten sich die Bakterien aus und schwächen den Körper noch weiter. Bei offenen Wunden können sie leicht in den Körper eindringen.

Die Geflügelwirtschaft und Landwirte sind kontinuierlich dabei den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren, um die MRSA-Keimbelastung aus der Landwirtschaft zu minimieren.

 

 

Quellen