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Hähnchenfleisch stellt den Löwenanteil am Geflügelfleisch in Deutschland, in den letzten Jahren ist der Konsum stark angestiegen. Hier zeigen und erklären wir alles rund um die Hähnchenmast.

Hähnchen

Die Hähnchen, wie wir sie heute kennen, haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Ausgehend vom Haushuhn, hat sich die Züchtung der Geflügelart der Masthühner, auf die Zunahme an Körpergewicht konzentriert. Durch sogenannte Hybride, einer Kreuzung zwischen verschiedenen Arten, können auf natürlichem Weg bestimmte Merkmale besonders ausgeprägt werden. Ein höherer Fleischansatz ist dabei die Ausprägung der Hähnchen. Die Legehennen hingegen weisen nur ein geringes Körperwachstum auf, hier setzt die Züchtung Schwerpunkte auf andere Merkmale, wie zum Beispiel das Legen der Eier. Merkmale wie Vitalität, Futterverwertung und Robustheit in der Züchtung allgemein eine große Rolle. In der Hähnchenmast werden die Hennen und auch die Hähne gemeinsam in Bodenhaltung aufgezogen.

Die Haltung oder Mast der Hähnchen lässt sich in verschiedene Schritte unterteilen:

  • dem Schlupf, in der Brüterei
  • der Aufzucht im landwirtschaftlichen Betrieb (Mastbetrieb) und
  • der Verarbeitung in der Schlachterei.

Eine enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Stufen der Geflügelhaltung führt zu einem hohen Qualitätsstandard in Deutschland, dadurch können sich z.B. die Brüterei mit dem Aufzucht-/Mastbetrieb besser absprechen und so mögliche Probleme vermeiden. Auch bevor die Hähnchen zum Schlachthof transportiert werden, müssen die Schlachttiere von einem Amtsveterinär kontrolliert werden. Nur wenn dieser die Tiere für gesund erachtet, dürfen diese zur Schlachtung transportiert werden.

Aufzucht der Hähnchen

Während der Aufzucht und Mast ist der Hähnchenhalter für die mindestens zweimal täglich stattfindende Bestandskontrolle verantwortlich. Unter einer Bestandskontrolle versteht man in erster Linie die Kontrolle und Betreuung der Tiere, daneben werden auch die Verfügbarkeit von Futter und Wasser sowie die richtige Stalltemperatur, Licht und Lüftung überprüft. Kranke oder verletzte Tiere werden zur Genesung in einem gesonderten Krankenabteil untergebracht und gegebenfalls nach Absprache mit dem betreuenden Tierarzt behandelt. Auch mögliche Verhaltensveränderungen der Tiere müssen wahrgenommen und analysiert werden.

Drei Mastverfahren sind in Deutschland üblich. Hierzu gehören die Kurzmast, die Mittellangmast sowie die Langmast.

Kurzmast

Bei der Kurzmast werden die Hähnchen 30-33 Tage gemästet und mit einem Lebendgewicht von circa 1500 – 1750 g geschlachtet. Dadurch können in einem Hähnchenmastbetrieb 8,5 Durchgänge pro Jahr erreicht werden.

Normalerweise werden 22-24 Tiere pro Quadratmeter nutzbarer Stallbodenfläche eingestallt. Die maximale Besatzdichte in Deutschland beträgt 39 kg Lebendgewicht pro m2 und in der EU 42 kg.

Mittellangmast

Die Mittellangmast dauert circa 40-42 Tage bis zu einem Lebendgewicht von 2300-2700g. In einem Jahr können 7,3 Durchgänge erfolgen.

Splittingverfahren

Eine Kombination zwischen Kurzmast und Mittellangmast ist das Splittingverfahren. Bei diesem sogenannten Splittingverfahren findet am 32-35. Masttag ein Vorfangen statt, bei dem circa 20-25% der Tiere aus dem Bestand entnommen werden, diese vorgefangenen Tiere werden als ganze Hähnchen vermarktet. Dadurch reduziert sich die Besatzdichte von 22 Tieren pro Quadratmeter auf 17 Tiere pro Quadratmeter. Die im Bestand verbleibenden Tiere haben so mehr Platz zur Verfügung und werden bis zum 40-42. Masttag im Stall weiter aufgezogen.

Langmast

Bei der Langmast werden lediglich 4,8 Durchgänge pro Jahr durchgeführt, da die Hennen 40-42 Tage gemästet werden und die Hähne nach dem Ausstallen der Hennen noch zehn weitere Tage im Stall bleiben. So werden Endlebendgewichte von 2200 bis 2500g erreicht und bei den Hähnen bis zu 3500g Lebendgewicht.

 

Fütterung

Das Verdauungssystem von Vögeln unterscheidet sich in einigen Punkten grundlegend von anderen Nutztieren:

  • Kropf als Futterspeicher
  • Mechanische Zerkleinerung der Nahrung durch Steinchen erfolgt erst im Muskelmagen, da in der Schnabelhöhle keine Zähne vorhanden sind.
  • Kurzer Darm

Das Verdauungssystem weist eine begrenzte Aufnahmekapazität und eine schnelle Passagerate auf. Kleine Blinddärme und eine kurze Verweildauer der Nahrung ermöglichen keinen nennenswerten Aufschluss der rohfaserreicher Futtermittel, weshalb auf Komponenten zurückgegriffen werden muss, die eine hohe Verdaulichkeit aufweisen und reich an Inhaltsstoffen sind.

Um die Fütterung optimal an den Bedarf der heranwachsenden Hähnchen anzupassen, werden in den verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedliche Futter gewählt. Oftmals sind diese in Starterfutter, Mastfutter und Endmastfutter untergliedert, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Tiere zu gewährleisten.

Temperatur und Klima

Küken haben hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Somit spielen Temperatur und die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle.

Die Einstalltemperatur liegt zwischen 34-36°Celsius, da Küken in den ersten Lebenstagen sonst nicht imstande sind, ihre Körpertemperatur selbständig aufrechtzuerhalten. Auch die Temperatur des Bodens sollte einen Wert 30-32°C nicht unterschreiten.

Im Laufe der Mast wird die Temperatur langsam abgesenkt, sodass diese zum Ende der Mast 20-18°C beträgt.

Die Luftfeuchtigkeit sollte innerhalb der ersten sechs Lebenstage nicht mehr als 55% betragen und dann aufsteigend bis zum 21. Lebenstag maximal bei 70% liegen. Grundsätzlich darf die Luftfeuchte nicht über 80% steigen, da das Huhn über Transpiration der Atemluft den Wärmehaushalt reguliert. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur (hohe Enthalpiewerte) besteht die Gefahr einer Überhitzung. Masthähnchen können nur in einem begrenzten Temperaturbereich ihre Körperwärme regeln (Schnabelatmung, Wärmeabgabe über Ständer (Beine), denn Vögel haben keine Schweißdrüsen und können somit nicht schwitzen.

Einstreu

Auch eine optimale Einstreu mit zum Beispiel Strohhäcksel ist von großer Bedeutung für die Gesundheit des Tieres und vor allem für die Fußballenqualität.

Um einen guten Start in die Aufzucht zu gewährleisten, muss dafür gesorgt werden, dass die Tiere möglichst rasch mit Nahrung versorgt werden. Aus diesem Grund wird das Kükenpapier (ein dünnes Papier, welches sich mit der Zeit auflöst) auf die Einstreu ausgerollt, auf welchem Futter verteilt wird. Durch den Farbkontrast des Kükenpapiers und des Futters sowie den akustischen Geräuschen beim Überqueren des Papiers wird das Küken zusätzlich zur Nahrungsaufnahme animiert.