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Eine sehr wichtige Frage ist, wie es um das Tierwohl in den Ställen steht. Was passiert also hinter den Stallmauern? Antworten auf die schwierigen Themen Beschäftigung, Ringelschwanz und Antibiotika finden Sie hier.

Stopfen die Tierhalter ihre Tiere mit Antibiotika voll?

Nein, das tun wir mit Sicherheit nicht.
Kranke Tiere müssen behandelt werden, das ist aktiver Tierschutz. Der Einsatz von Medikamenten ist übrigens streng geregelt und sehr genau zu dokumentieren. Der zuständige Tierarzt muss zunächst eine Diagnose stellen und ein Rezept für die entsprechenden Medikamente ausstellen, mit dem kranke oder verletzte Tiere behandelt werden dürfen. Seit dem Jahr 2014 müssen alle Schweinehalter in Deutschland ihren Antibiotikaeinsatz in eine eigens dafür entwickelte Datenbank melden. Die Daten werden ausgewertet und den Behörden und Landwirten zur Verfügung gestellt. Landwirte, die im Vergleich zu ihren Berufskollegen viele Medikamente einsetzen werden gezielt beraten. Auch über das QS-System wird der Medikamenteneinsatz in den Schweineställen dokumentiert und überwacht.

Der Einsatz von Antibiotika ist für den Landwirt ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Allein die hohen Kosten rechtfertigen einen übermäßigen, verschwenderischen Einsatz von Medikamenten nicht. Es ist sowohl aus der Sicht des Tierschutzes als auch der Wirtschaftslichkeit sinnvoll, gezielt kranke Tiere zu behandeln.
Eine Behauptung, die immer wieder in diesem Zusammenhang aufgestellt wird: Medikamente werden als Leistungsförderer eingesetzt. Diese Einsatzvariante ist seit langem verboten!!


Gut zu wissen: Mit Blick auf den europaweiten Antibiotikaverbrauch in der Schweinehaltung befindet sich Deutschland im Mittelfeld. Und der Antibiotikaeinsatz ist rückläufig. Im Zeitraum 2006-2010 wurde z.B. der Einsatz von Amoxicillin um 36 %, der von Tylosin um 50 % und der von Sulfonamide sogar um 75 % gesenkt.

Quellen

Warum sind die Ställe durch Zäune abgeschottet? Habt ihr was zu verbergen?

Nein, wir haben nichts zu verbergen.
Strenge Hygieneanforderungen, wie die Schweinehaltungshygieneverordnung, sind Ursache dafür, dass der Eindruck von "abgeschotteten" Betrieben entsteht. Diese dient jedoch einem wesentlichen Zweck: Einer Minimierung der Seuchen- und Krankheitsgefahr. So muss an jedem Stall ein Schild mit der Aufschrift "Schweinebestand - für Unbefugte Betreten verboten" stehen. Zudem dürfen die Schweine keinen Kontakt zu Wildschweinen bekommen und es muss sichergestellt werden, dass der Stall nur mit Einwegkleidung oder betriebseigener Schutzkleidung zu betreten ist, die beim Verlassen abgelegt wird. Etwas größere Betriebe müssen zusätzlich für eine Umzäunung ihrer Ställe sorgen. Auch hat der Tierhalter sicherzustellen, dass unbefugte Personen vom Betriebsgelände ferngehalten werden. Durch all diese Maßnahmen schützt der Landwirt seine Tiere vor Krankheiten und Seuchen.


Gut zu wissen: Die Benutzung der Hygieneschleuse ist verpflichtend. Tierrechtler setzen sich immer wieder über die SchweinehaltungshygieneVO hinweg und dringen unbefugt in Stallungen ein. Hiermit fördern sie die Verbreitung von Krankheitserregern und Seuchen und können so einen ganzen Tierbestand infizieren.

 

Quellen

Ist den Schweinen nicht langweilig?

In freier Natur verbringen Schweine einen Großteil ihrer Zeit mit der Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme. Weil den Tieren in den Ställen immer genügend Futter zur Verfügung gestellt wird, müssen sie deutlich weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme aufwenden.
Die Schweine können in den Schweineställen ihren Beschäftigungstrieb anderweitig ausleben. Aus dem Grund hängen in den Buchten veränderbare Spielmaterialien, das die Schweine bewegen und bekauen können. In einigen Betrieben werden zusätzlich kleine Mengen Stroh oder Luzerne gegeben. Derzeit laufen viele Forschungsprojekte zu diesem Thema, damit noch bessere Spielmaterialien entwickelt werden. Bei einem Mangel an Beschäftigungsmaterial leben die Tiere ihren Spieltrieb unter Umständen auch an ihren Artgenossen aus und können diese dabei verletzten. Allein deswegen ist es wichtig, die Tiere genügend zu beschäftigen, damit deren Wohlbefinden nicht eingeschränkt wird.

Quellen