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Nach der Trennung der Ferkel von der Sau sollen sich die Ferkel an die Fütterung ohne Milch gewöhnen. Wie das abläuft und welche Bedürfnisse die Tiere in dieser Aufzuchtphase haben, sehen Sie hier.

Was passiert mit den Ferkeln nach der Zeit an der Sau?

Mit ca. 7 kg werden Ferkel von der Sau abgesetzt und in den Ferkelaufzuchtstall gestallt.
Nach 28 Tagen im Abferkelstall, wo Sauenmilch die bevorzugte Nahrung war, gewöhnen sich die Ferkel in ihrem neuen Zuhause an feste Nahrung. Diese besteht aus für das Ferkel sehr gut verdaulichen Produkten. Um den Übergang von flüssiger Sauenmilch zu festem Futter möglichst schonend zu gestalten, wird den Ferkeln im Abferkelstall parallel zur Milch schon feste Nahrung angeboten.

Der Ferkelaufzuchtstall ist genau auf die Bedürfnisse von Ferkeln zwischen 6 und 30 kg angepasst.
Die Gruppengröße in einer Bucht liegt zwischen 30 und 60 Tieren. Eine Heizung sorgt dafür, dass der Stall für kleine Ferkel nach dem Absetzen auf 31°C aufgeheizt wird. Wobei die Temperatur bis zum Ende der Ferkelaufzucht auf ca. 26°C gesenkt wird. Dies liegt daran, dass der Wärmebedarf von schwereren Tieren nicht so hoch ist. Ferkel fühlen sich auf einem Kunststoffboden am wohlsten, dieser ist weicher und wärmer als Betonboden (der z.B. in einem Maststall Standard ist).
In der Ferkelaufzucht, die bei ca. 7 kg beginnt und bei 25 kg endet, werden die Ferkel jeden Tag ca. 450 g schwerer und nehmen dafür ca. 900 g Futter auf.
Nach der Ferkelaufzucht werden Ferkel in einen Maststall gestallt.

Warum haben die Ferkel keine Ringelschwänze?

Das Kupieren der Schwänze ist aktiver Tierschutz.
Wird auf das Kupieren der Schwänze verzichtet, ist die Gefahr groß, dass sich die Schweine gegenseitig die Schwänze anknabbern. Das hört sich erst einmal nicht schlimm an. Mit dem Wissen, dass Schweine von Natur aus Fleischfresser sind und es gar nicht merken, wenn in ihren Schwanz gebissen wird, da sich im letzten Drittel der Schwänze kaum Nerven befinden, verändert sich die Lage. Denn wenn Schweine erst einmal „Blut geleckt“ haben, entstehen schwere Wunden an den Hinterteilen der Schweine, welche unter anderem Eintrittsmöglichkeiten für Krankheitserreger darstellen.
Um die Tiere vor diesen Problemen zu schützen wird der Schwanz um ein Drittel gekürzt. So merken es die Schweine gleich, wenn sie gebissen werden und können sich von beißenden Tieren entfernen. Auch Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein gekürzter Schwanz angebissen wird ca. 3-mal geringer ist als beim ungekürzten Schwanz. Biobetriebe verzichten auf das Kürzen der Schwänze. Dies geht jedoch einher mit mehr angebissenen Schwänzen als in den konventionellen Betrieben.
Schwanzbeißen ist ein komplexes, multifaktorielles Problem, das auch sorgfältige Prüfung und Bewertung der Umwelt, Management, Futter, Besatzdichte und Haltungspraktiken erforderlich macht. Alle diese Faktoren sind zu ermitteln bevor auf das Kupieren der Schwanzspitze verzichtet werden kann. Dazu laufen aktuell zahlreiche Forschungsprojekte.

Quellen

Wieso werden die männlichen Ferkel kastriert?

Eberfleisch kann unangenehm riechen.
Der Geruch wird durch die Hormonproduktion in den Hoden ausgelöst.  Da jeder von uns gerne gutes, genusstaugliches Fleisch essen möchte ist es notwendig die männlichen Ferkel zu kastrieren. Soviel vorweg: Zur Zeit wird den Ferkeln vor der Kastration ein Schmerzmittel gegeben. Die betäubungslose Kastration fällt bis zum Jahr 2019 weg. Bis dahin müssen die Alternativen, an denen bereits geforscht wird praxistauglich sein.
Mögliche Alternativen könnten sein:

  • Immunokastration
  • Ebermast
  • Betäubung mit Isofluran / CO2
  • Züchtung auf geruchslose Eber

Quellen