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Bullenmast

Die Bullenmast stellt in Deutschland mit knapp der Hälfte der jährlichen Rindfleischproduktion, neben Kälbermast, Schlachtkühen, Färsen und Ochsen, den größten Anteil am Rindfleischmarkt dar.

Für die Mast nicht unerheblich, ist dabei die Wahl einer geeigneten Rasse: Zu den sogenannten Milchrassen zählen z.B. die Schwarzbunten Holstein Friesian, welche sich aufgrund geringerer Bemuskelung und geringen täglicher Zunahmen nicht für eine wirtschaftliche Mast eignen. Zu den Fleischrassen gehören dabei  unter anderem das Fleckvieh, Charolais oder die Blau-Weißen-Belgier, die in Deutschland häufig mit Holsteins (Milchrasse) gekreuzt werden.

In spezialisierten Mastbetrieben werden die zugekauften Kälber und Fresser (150 bis 200 kg schwere Kälber) in modernen, hellen und offenen Ställen, auf Vollspaltenboden gehalten. Die Tiere befinden sich dort bis zu einem Alter von ca. 20 Monaten und haben dann ein Endgewicht von 700 bis 800 kg (je nach Rasse). In Neubauten statten viele Landwirte die Buchten heute mit Gummimatten aus. Diese stellen ein Kompromiss zwischen der Weide als weichen Untergrund und den Betonspalten dar und sollen den Bullen als „Weichbodengänger“ eine natürlichere Bewegung ermöglichen.

Die Fütterung der Bullen erfolgt in der Regel, wie auch bei den Milchkühen mit einer sogenannten TMR (Totale-Misch-Ration) aus überwiegend energiereichen Futtermitteln wie Mais und Kraftfutter. Um die Wiederkäuertätigkeit der Tiere aufrecht zu erhalten werden auch Rohfaserkomponenten (z.B. Stroh) zugegeben. Damit die Bullen ihr Wachstumspotential ausschöpfen und gleichzeitig gesund bleiben, berechnet der Landwirt anhand von Bedarfswerten die genaue Nährstoffmenge und den Energiegehalt für jede Altersgruppe. Ein Mangel an Calcium hätte z.B. zur Folge, dass die Knochen spröde werden und es zu Brüchen kommt. Ebenso sind Überschüsse zu vermeiden, da diese erstens teuer sind (Luxuskonsum) und zweitens die Gülle bzw. der Mist unnötig mit Nährstoffen angereichert wird. Deshalb wird nach einer genau abgestimmten Rationsberechnung das Futter im Futtermischwagen abgewogen und durchmischt, bevor es den Tieren im Trog vorgelegt wird.

Quellen

Warum werden Bullen nicht in den Sommermonaten auf der Weide gehalten?

Ganz schlicht und einfach, weil es zu gefährlich ist! Im Internet finden sich zahlreiche Berichte, bei denen ausgebrochene Bullen Passanten angegriffen haben. Und selbst wenn eine Weide ordentlich eingezäunt ist, reicht z.B. schon ein freilaufender Hund, um die Rinder so in Rage zu versetzen, dass sie praktisch im „Blindflug“ einfach durch einen Zaun rennen (Kühe sind da um einiges friedfertiger). Abgesehen davon wäre es für den Landwirt ebenfalls jedes Mal ein lebensgefährliches Unterfangen, die Bullen von einer Weide auf eine andere umzutreiben. Ein weiterer Aspekt ist dabei natürlich auch die Wirtschaftlichkeit: Beim Weidegang würden die Bullen trotz Zufütterung viel energiearmes Gras fressen und die Mast würde sich deutlich verlängern.

Werden in der Rindermast antibiotische Leistungsförderer eingesetzt?

Ein klares Nein!

Die letzten noch zugelassenen antibiotischen Leistungsförderer dürfen seit 2006 nicht mehr verwendet werden (nach der Verordnung (EG) Nr. 183/2003 Artikel 11 Absatz 2). Als niedrigdosierte Futtermittelzusätze fördern sie das Wachstum der Tiere. Wegen des Auftretens von Mikroben, die gegen Antibiotika resistent sind, welche zur Behandlung von Infektionen bei Mensch und Tier eingesetzt werden (Antibiotikaresistenz), sind die Vermarktung und der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer in Futtermitteln verboten.

Quellen

Stimmt es, dass für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 15.000 Liter Wasser verbraucht werden?

Fakt ist, dass in der Rinderhaltung relativ große Mengen Futter benötigt werden. Das hängt damit zusammen, dass Rinder für ihre Ernährung (Erhaltung der Vitalfunktionen, Fleischansatz und Milcherzeugung) naturgemäß eine große Menge sogenannter Raufutter wie Gras- oder Maissilage brauchen. Das liegt an ihrem speziellen Verdauungsapparat, der sich insofern vom Menschen unterscheidet, dass Rinder gleich vier Mägen haben, in denen die Nahrung zunächst von Bakterien zersetzt wird, um anschließend enzymatisch verdaut werden zu können.

Was hat das Ganze jetzt mit einem hohen Wasserverbrauch zu tun?

Sehr häufig wird dieser hohe Wasserverbrauch einzig auf die Fütterung der Rinder geschoben. Das Argument: Durch den hohen Wasserverbrauch der Futterpflanzen und den physiologisch bedingt hohen Futterbedarf der Tiere entstehe diese unverhältnismäßig große Zahl.

Also mal eine kleine Rechnung: Nimmt man an, dass ein Mastbulle ca. 2% seines Körpergewichts an trockenem Futter (also der Wassergehalt einmal rausgerechnet) frisst, um dann ca. 1600 g am Tag zuzunehmen, ergibt sich für einen 450 kg großen Bullen eine Futteraufnahme von 9 kg Trockenmasse pro Tag (oder 5,5 kg pro kg Zuwachs). Nun ist es aber so, dass das die Mais- bzw. Grassilage nicht trocken ist, sondern einen Wassergehalt von ca. 68 % aufweist. Das bedeutet, dass der Bulle effektiv 17 kg Frischmasse pro kg Zuwachs an Futter aufnimmt. Der Transpirationskoeffizient von Mais z.B. sagt tatsächlich aus, dass pro Kg Frischmasse ca. 900 Liter Wasser benötigt werden:  900*17= 15300 LITER.

Nun haben wir hier also unsere Schreckenszahl von 15000 Litern, die uns die Kritiker gerne vor die Füße werfen. ABER: Es bleibt in diesem Zusammenhang immer die Rede von „VERBRAUCH“!  Und genau da liegt eigentlich der Hase im Pfeffer: Denn von Verbrauch kann doch keine Rede sein, wenn nur etwa 0,2 bis 0,3% (4,5 Liter) des aufgenommenen Wassers zum Aufbau der organischen Substanz  verwendet wird und der Rest durch die Pflanze transpiriert; somit der Umwelt durch Verdunstung wieder zur Verfügung steht. Außerdem fällt der Regen ja sowieso auf die Erde oder die Pflanzen, auch wenn kein Tier diese frisst.